Energiebolzen

Mitunter bekommt selbst der durchaus technikaffine zonebattler bahnbrechende technologische Entwicklungen nicht sofort mit, vor allem wenn diese eher klein und unscheinbar daherkommen: Über ein Jahr nach der Markteinführung (!) bin ich tatsächlich erst dieser Tage auf die neuartigen »eneloop«-Akkus aufmerksam geworden, die der Hersteller Sanyo in den Baugrößen Mignon (AA) und Micro (AAA) fertigt und über den einschlägigen Fachhandel vertreibt.

Bei beiden Typen handelt es sich zunächst einmal um wiederaufladbare Zellen in Nickelmetallhydrid-Technik (NiMH). Äußerlich sind die kleinen Stromspeicher eher dezent gewandet und eingermaßen unauffällig:

eneloop-Akkus in Mignon-Größe (AA)

eneloop-Akkus (Größe AA) in meiner Kamera

Auch ihre inneren Werte lassen zunächst keine Wunder erhoffen: Mit 2000 mAh (Mignon) bzw. 800 mAh (Micro) liegen die zylindrischen Zellen sogar signifikant unterhalb der heutzutage üblichen Kapazitäten (ca. 2700 mAH bei Mignon-Akkus und bis 1100 mAh bei Micros).

Der Clou liegt in der bei diesen Akkus phänomenal geringen Selbstentladung, die nunmehr auch den sinnvollen Einsatz in Geringverbrauchern wie Fernbedienungen und Uhren oder nur recht sporadisch benutzten »Batterie-Aufbewahrungsbehältern« (vulgo »Taschenlampen«) ermöglicht: Während sich randvoll geladene NiMH-Zylinder herkömmlicher Machart bei Nichtbenutzung relativ zügig entladen (und damit als länger mitgeführte Notfallreserve wenig taugen), sollen die eneloops selbst nach einem Jahr Lagerzeit immer noch 85% der ehedem zugeführten Ladung intus haben!

eneloop-Akkus in Micro-Größe (AAA)

eneloop-Akkus (Größe AAA) in meinem Organizer

Insbesondere für Digitalknipser wie mich kommt das einer Offenbarung gleich: Endlich muß man vor einer Foto-Tour oder Urlaubsreise nicht mehr sämtliche Akku-Sätze neu laden, endlich muß man nicht mehr mit an sich unnötigen Ladezyklen die Lebensdauer seiner kostbaren Zellen strapazieren. Da erscheint die nominell geringere Kapazität der eneloops nicht wirklich mehr als großer Nachteil: Was nützen einem schon 2700 mAh, wenn mehr als 10% davon schon in den ersten paar Tagen von selbst »verpuffen«?! Entscheidend ist doch letztlich, wieviel man von der ursprünglich hineingesteckten Energie nutzbringend wieder entnehmen kann, und da schlagen die eneloops jedes andere Patent! Hochkapazitive Akkus herkömmlicher Bauart haben nur noch da ihre Berechtigung, wo die hohe Energiedichte auch zeitnah benötigt wird, in ferngesteuerten Modell-Spielzeugen beispielsweise, wo die frisch geladenen Zellen sofort vollständig »ausgelutscht« werden und jede Minute zusätzlicher Fahr-, Schwimm- oder Flugzeit einen echten Gewinn bedeutet...

eneloop-Akkus in Micro-Größe (AA)

eneloop-Akkus (Größe AA) in meinem Taschenspieler

Bei all' diesen Vorzügen erscheint der Endverbraucher-Preis von ca. 14 EUR für vier AA-Zellen als duchaus gerechtfertigt. Ein noch deutlich günstigeres Achter-Pack ist bei amazon.de schon für knappe 23 EUR (portofrei!) zu kriegen. Natürlich gibt es auch Kombi-Sets aus Akkus und Ladegerät zu kaufen, doch können vorhandene Ladegeräte (zumal hochwertige solche mit guter elektronischer Regelung und Einzelschacht-Überwachung) ohne Einschränkung weiterhin verwendet werden: Toll!

Sanyo hat alles Wissenswerte über die revolutionären »Energiebolzen« auf der angenehm sachlichen Website www.eneloop.de zusammengestellt. Natürlich kann ich selbst noch nicht über eigene Langzeit-Erfahrungen berichten, aber wer im Netz ein bißchen sucht und nach Anwender-Berichten forscht, findet die optimistisch erscheinenden Herstellerangaben aus vielen Mündern sämtlich bestätigt: Hier haben wir endlich die umweltfreundliche (und langfristig auch ökonomisch günstigere) Alternative zu den ökologisch fragwürdigen Einweg-Batterien!

Funktionalität 5 Sterne
Bedienbarkeit 5 Sterne
Design 5 Sterne
Preis / Leistung 4 Sterne
Gesamturteil 5 Sterne

Jetzt bin ich mal gespannt, wie sich meine eigenen eneloops im Praxiseinsatz verhalten: Tatsächlich kamen sie schon wie angepriesen vorgeladen und in so gut wie vollem Zustand an, was ja schon als erster Beweis für die propagierte, äußerst geringe Selbstentladung zu werten ist. Ich bin zuversichtlich, daß meine in Sachen Stromverbrauch ohnehin recht sparsame Kamera nunmehr zum konkurrenzlosen Dauerläufer aufgestiegen ist. Doch nicht nur dem Knipskasten ist hiermit geholfen: Dem geradezu elektrisierten zonebattler hilft die freudige Erregung über die Winterdepression hinweg! ;-)
Dr. Alexander Mayer - 9. Dez. 2007, 18:11 Uhr

Bleibt nur die Frage zu klären, warum amazon einzelne AA eneloop billiger verkauft wie im Viererpack!?
zonebattler - 9. Dez. 2007, 19:37 Uhr

Tatsache!

Bei 2,75 EUR Stückpreis sind ja sogar acht einzelne billiger als im »günstigen« Kombipack! Das verstehe, wer will...
lexikaliker - 10. Dez. 2007, 6:49 Uhr

Das Angebot ...

... zu 2,75 Euro pro Stück stammt jedoch von einem Marketplace-Anbeiter und ist daher vielleicht nur bedingt mit dem des Achterpacks von Amazon zu vergleichen. – Es mutet jedoch allemal seltsam an.
zonebattler - 10. Dez. 2007, 9:46 Uhr

Auch wieder wahr!

Hatte ich gestern wohl aufgrund erkältungsbedingter Hirnverschleimung ganz übersehen. Womöglich reißen es da dann die Versandkosten raus oder vielmehr rein...
Hollito (anonym) - 13. Dez. 2007, 23:38 Uhr

Hollitos Blog

Ja, die Eneloop Akkus sind wirklich gut. Ich benutze sie schon länger für meine Kamera und mein GPS Handgerät, denn nix ist nerviger, als beim Geocachen mitten in der Pampa zu bemerken, daß die Akkus fast am Ende sind und rapide abbauen. Darum habe ich immer 2 unbenutzte Eneloops dabei, die auch ruhig schon Wochen bzw. Monate im Rucksack schlummern dürfen, bevor sie zum Einsatz kommen.
Beachten sollte man, daß die Eneloops m. E. nach recht unerwartet "zumachen", ganz einfach, weil sie sich fast komplett entladen lassen, ohne dabei zu schwächeln.

Ein recht interessanter Thread dazu (auch für Nicht-Geocacher) findet sich hier: http://www.geoclub.de/ftopic11554.html

Zum Thema Amazon Marketplace kann ich nur zur Vorsicht raten:
Ich habe dort auch mal nicht aufgepasst und eine Speicherkarte gekauft, die zunächst unschlagbar günstig erschien. Erst nach der Bestellung bemerkte ich, daß der Anbieter dafür satte 8,9 Euro Versand kassierte, und angekommen ist die Karte dann in einem Briefumschlag, frankiert mit 0,9 Euro...da fühlt man sich doch ziemlich über den Tisch gezogen, auch wenn Karte + Versand zusammen durchaus noch günstig war. Also aufpassen!

Wenn es geht, bestelle ich bei Amazon nur Artikel, die eben auch von Amazon geliefert werden - auch und gerade wegen des kostenlosen Versandes ab 20 Euretten.

Gruß, Holger
zonebattler - 14. Dez. 2007, 6:39 Uhr

Den Amazon Marketplace...

...kann man durchaus nicht pauschal verdammen: Ich habe dort auch schon konkurrenzlos günstige Schnäppchen gemacht! Doch in der Tat ist der Hinweis angebracht, vor dem letzten Mausklick immer einen Blick auf die anfallenden Versandkosten zu werfen: Als Käufer schließe ich da ja letztlich über die Website von Amazon einen Vertrag mit einem Drittanbieter, welcher in der Gestaltung seiner Versandkonditionen völlig frei ist. Die auch optisch nahtlose Integration derartiger Bestellvorgänge in das Amazon-Bestellsystem (mit Warenkorb und allem Pi-Pa-Po) läßt einen zuweilen leicht vergessen, daß da eben nicht die üblichen Versandkosten (oder sogar gar keine) zum Ansatz gebracht werden...
RJWeb - 30. Dez. 2007, 13:24 Uhr

Was mich verwundert ...

... ist der hohe Versandkostenanteil, von dem unser Freund Hollito hier berichtet. Eigentlich sollte dieser bei allen elektronisch angehauchten Artikeln im Amazon Marketplace einheitlich EUR 3,00 pro Stück betragen.

Diese Berechnung pro Stück macht übrigens Sammelbestellungen im Amazon Marketplace häufig vollkommen uninteressant. Insbesondere wenn Akkus oder ähnliche Kleinteile stückweise angeboten werden muss man darauf achten, ob man nicht bei den Versandkosten sauber über den virtuellen Tisch gezogen wird !
Heinz (anonym) - 30. Dez. 2007, 13:38 Uhr

@ Hollito:

Wie, die ist bei Dir "angekommen"? Sowas kommt so lange nicht an, bis der Versender auch wirklich diese Versandkosten benötigt hat oder er wahlweise schlauer geworden ist und per Einschreiben verschickt :-D
Hollito (anonym) - 6. Jan. 2008, 23:34 Uhr

Amazon Marketplace

N Abend,

@RJweb & Heinz:

die Versandkosten lagen wirklich bei 8,9 Euretten, nur habe ich das leider zu spät bemerkt. Angekommen ist die Speicherkarte nach einer guten Woche, und ich hatte keine Lust, deswegen noch einen Aufstand zu machen - aber ich habe dazugelernt.
Amazon sollte allerdings auch auf solche Dinge ein Auge haben - aber das wird, wie bei Ebay, wohl nicht im Interesse der Firma liegen. Eigentlich traurig.
Nochmal zu den Eneloop Akkus: Ich hatte vor einigen Tagen das "Erlebnis", dass mein Ifinder GPS Empfänger (mit eben diesen Akkus) kurz vor dem Geocaching-Zielort auf einmal ausging. Die Eneloops waren leer. Wie das bei den Dingern eben so ist: Laufen ewig, aber machen sehr schnell "zu", wenn sie leer sind.
Nicht wirklich schön, wenn man in der Wüste von New Mexico steht. ;-)
Hatte aber zum Glück ein Paar geladene zum Austausch dabei.

Gruß und nachträglich ein schönes neues Jahr, Hollito
zonebattler - 30. Dez. 2007, 12:04 Uhr

Preissturz

Mittlerweile kostet das Achter-Pack eneloops bei amazon.de nur noch 14,45 EUR (Mignon-Größe / AA)! Billiger wird es schwerlich werden...
JollyJudge - 30. Dez. 2007, 13:30 Uhr

Gekauft!

Gerade habe ich 2 x 8 Stück bestellt, allerdings irritiert mich die Lieferzeit von 1 - 3 Wochen doch etwas...

Sind das schon die Auswirkungen des neuen Prime-Versandes? Nicht-Prime-Versand-Teilnehmer müssen länger auf ihre Ware warten, oder ist das nur Zufall?
RJWeb - 30. Dez. 2007, 13:54 Uhr

Ein guter Tip ...

... zur rechten Zeit / schafft Ladung und Bequemlichkeit !

Ich habe mich dem Hinweis folgend durch den benannten Laden zur Kasse begeben, habe mir allerdings angesichts des in letzter Zeit immensen Zuwachses an Applikationen mit Micro-Batterien einige dieser schicken Kombi-Packungen bestellt (voraussichtlicher Versand : 31 Dezember 2007).

Längere Versandzeiten gibt es allerdings aktuell bei vielen preisgünstigen Artikeln auch anderer Versände, ich denke, dass dieser Tage einfach viele Leute die Muße haben, sich den Angeboten der Internet-Versandhäuser zu widmen.
Hollito (anonym) - 6. Jan. 2008, 23:38 Uhr

Preise für Eneloop

Nur als Anmerkung: In den USA kosten die Eneloops im Laden den gleichen Betrag wie hier, nur eben in US$.
Da kommt man sich ziemlich veräppelt vor...

Gruss, Hollito
virtualmono - 18. Aug. 2008, 11:38 Uhr

Das liegt daran, daß man - gemessen am allgemeinen Preisniveau z.B. in Colorado - durchaus die Gleichung "1$ = 1 €" aufstellen kann... so gesehen sind wir durchaus besser dran als die USA, wenn man mal auf den Wechselkurs schaut.
zonebattler - 1. Jan. 2008, 12:03 Uhr

Rund aber bunt

Sehr viel interessantes und nützliches Hintergrundwissen zu Akkus und deren pfleglicher Behandlung findet sich auf www.accu-select.de. Der rührige (und von missionarischem Eifer beseelte) Betreiber dieser Website kennt sich fachlich ganz offenkundig hervorragend in diesem Metier aus, wenngleich seine Vorlieben in Sachen Layout und Webdesign eher von der krachledernen Sorte sind...
Darwin (anonym) - 7. Jan. 2008, 13:22 Uhr

Dabei klingt es fast bedauernd, wenn er im Impressum meint:

"Ich habe keinerlei Einfluss auf die Gestaltung (...) der gelinkten Seiten".
Für seine eigenen will er ihn halt nicht geltend machen.
virtualmono - 18. Aug. 2008, 11:35 Uhr

Ja, die Teile sind einfach nur genial - ich habe davon zwei Satz für die Kamera im Einsatz, auch das Telefon ist inzwischen damit bestückt und übersteht seitdem auch meine Dauertelefoniererei ohne Ausfälle, während ich früher öfter das Gespräch vorzeitig beenden mußte. Hundertprozentig zu empfehlen :-)

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