Flashback

Heute früh ist mir eine Synapse im Stammhirn durchgebrannt und seither tönt das Schulhof-Pausenlied von der Maria Humpelbein in krächzender Endlos-Schleife durch meinen dicken Schädel. Mit ordentlich Hall natürlich dank der vorherrschenden Leere dadrinnen...

Die Mädchen in meiner Volksschule sangen diesen Ohrwurm so um die Mitte der 1960er Jahre. Doch obwohl ich mich noch an diverse Texfragmente erinnern kann (»... viel lieber wollt' sie sterben, mit ihrem Humpelbein ... und als das Kind dann tot war, die Mutter weinte sehr, der Lehrer in der Schule, der weinte noch viel mehr ...«) geben Google und das Netz darüber nicht viel her. Liest da draußen jemand aus meiner Generation mit, der/die sich noch genauer erinnern kann? Wir wollen dieses Stück versunkene Alltagskultur dann halt an dieser Stelle bewahren!
WiiSen (anonym) - 27. Jul. 2007, 23:37 Uhr

Humpelbein

Ich nehm mal an, Du meinst das hier

Humpelbein

Im Jahre 66
Zu Luxemburg am Rhein
Da ward ein Kind geboren
Mit Namen Humpelbein
Refrain
Zum tria, tria humpel
Zum tria Humpelbein
Zum tria, tria humpel
Zum tria Humpelbein.

Schauspieler wollt er werden
Die Mutter sagte nein
Ein Schuster sollst du werden!
Verflixtes Humpelbein
Refrain
Und als er war gestorben
Im Himmel kehrt er ein
Da riefen alle Engelein
Da kommt das Humpelbein
Refrain

Nichts mit Maria...Zum tria...dann findest auch bei Google...
zonebattler - 28. Jul. 2007, 6:38 Uhr

Mal davon abgesehen...

daß Luxemburg gar nicht am Rhein liegt: Meiner Text-Erinerungsfetzen bin ich mir ziemlich sicher! Aber da mag es zur gleichen Melodie alle möglichen lokalen Variationen gegeben haben, die traditionellen Kirchweihlieder unterscheiden sich ja auch von einem Kaff zum anderen!
MM (anonym) - 28. Jul. 2007, 19:21 Uhr

Ich habe schon ein Kommentar gelassen, aber ich weiß nicht, ob es verlorenging oder ob es erst später erscheint. Die verzerrten Wörter sind mir manchmal zu verzerrt. Auf jeden Fall habe ich neulich eine 5- oder mehrstrophige Version mit einem Mädchen gelesen, aber ich fürchte, es war in einer Buchhandlung. Wenn es bei mir auftaucht, melde ich mich.
zonebattler - 28. Jul. 2007, 20:49 Uhr

Kommentare erscheinen hier eigentlich immer sofort...

Mein Vorschlag an Dich wäre, sich doch einfach als Benutzerin registrieren zu lassen und zukünftig anzumelden: Kostet nix und macht auf Dauer viel weniger Arbeit, weil Du dann weder Deine Blog-Adresse noch die lästigen Spamschutz-Zeichenfoglen immer wieder eintippen mußt! Außerdem könntest Du dann auch später noch Deine eigenen Kommentare korrigieren und/oder editieren...

Ansonsten bin ich mal gespannt, ob Du was zum Thema findest!
MM (anonym) - 28. Jul. 2007, 21:28 Uhr

Ja, das ist mir klar, dass das dein Vorschlag sein würde! Aber ich registriere mich nicht bei zig Blogs, wenn es sich umgehen lässt.
zonebattler - 28. Jul. 2007, 22:29 Uhr

Das verstehe ich zwar...

...aber anderseits gibt's die besten BloggerInnen exklusiv bei twoday.net, z.B. die Nachtschwester, den baron oder den lexikaliker: Das sind doch Gründe genug für eine Anmeldung, aren't they?
MM (anonym) - 29. Jul. 2007, 0:55 Uhr

Man muss nicht kommentieren, um lesen zu können. Das Registrieren als Blogleser ist eine Unart, die ich nicht brauche.
Das Gedicht ist nur 4 Strophen und ist in einem Buch namens Das Wasserzeichen der Poesie oder Die Kunst und das Vergnügen, Gedichte zu lesen, von Andreas Thalmayr. Leider werden hier die früheren Kommentare nicht angezeigt, während man schreibt, also wahrscheinlich teilweise identisch mit dem Zitat:

Im Jahre 66
zu Luxemburg am Rhein,
da ward ein Kind geboren
mit Namen Humpelbein.
Zum tria tria Humpel,
zum tria Humpelbein.

Schauspielrin wollt sie werden,
die Mutter sagte: Nein!
Kuhhirtin sollst du werden,
Verflixtes Humpelbein.
Zum tria ...

Und als es war gestorben,
die Mutter weinte sehr.
Der Lehrer in der Schule,
der weinte noch viel mehr.
Zum tria...

Uns als es war gestorben
Und fuhr zum Himmel ein,
da riefen alle Engel:
Jetzt kommt das Humpelbein!
Zum tria usw.

(Beim tria tria wird um den Tisch gehumpelt)

Ich weiß nichts von einer Melodie.
zonebattler - 29. Jul. 2007, 6:04 Uhr

Ich würde auch liebend gerne »barrierefreies« Kommentieren ermöglichen, aber ohne die lästigen »Captcha«-Buchstaben wäre hier im Nu mehr sinnfreier Spam und Werbemüll als sonstwas zu lesen. Da erscheint mir persönlich ein (dauerhaftes) Einloggen als das kleinere Übel. Muß, kann und soll aber jede(r) für sich selbst entscheiden...

Danke für den vollständigen Liedtext: Die Melodie dazu geistert mir noch sehr lebendig durch die Birne. So muß ich also nach dem lebenslangen Irrtum in Sachen Männlein im Walde nunmehr auch im casus »Maria Humpelbein« umdenken: Meinetwegen dann also »zum tria Humpelbein«. Die Bloggerei beraubt mich langfristig aller Illusionen!

Und jetzt humpelt der zonebattler erstmal unter Absingen zahlloser Refraine gen Kassel zur documenta. Dort wheelt er dann eine mitgeführte Freundin in deren wheel barrow through the streets broad and narrow, singing cockles and mussels alive alive oh...
MM (anonym) - 29. Jul. 2007, 22:10 Uhr

Das verstehe ich wiederum nicht: barrierefreies Kommentieren ist heutzutage sinnlos. Aber wir müssen nicht einer Meinung sein.
Etosha - 30. Jul. 2007, 14:44 Uhr

Bei barrierefreiem Kommentieren kämen Blogger nicht mehr zum Bloggen, weil sie den ganzen Tag mit dem Löschen von Spam beschäftigt wären.
Etosha - 30. Jul. 2007, 14:46 Uhr

Solche Endlosschleifen sind furchtbar. Mein Hirn spielt mir oft Kirchenlieder und Weihnachtslieder. Oder Schlager. Now playing: Cindy&Bert - Immer wieder sonntags.
zonebattler - 30. Jul. 2007, 22:46 Uhr

...kommt die Erinnerung...

...dabadaba dabb, dabb, dabb, und das sind die selben Lieeeeeeeeeder, die wir hörten in der Sonntagnacht, die uns zwein das Glück gebracht.... Oder so. Schrecklich! Ein auf 200 derartige Scheiben-Seiten begrenzter Kanon war in der elterlichen Musikbox enthalten, meine Mutter pflegte beim Treppenhaus-Wischen ihre (immer gleichen) Favoriten durch das ganze Haus schallen zu lassen, weshalb sich diese unauslöschlich in meine Synapsen einbrannten. Eine Allianz Hypothek für's Leben...
Etosha - 31. Jul. 2007, 10:07 Uhr

Ganz genau das. ;) So eine Hypothek macht aber auch schöne Erinnerungen, weswegen ich mir sowas zuweilen auch freiwillig anhöre. Daliah Lavi. Bata Illic. Vicky Leandros. Die Ofarims. Meine Kindheit.

(PS: Tolle Musikbox! :)
kuki (anonym) - 27. Jul. 2008, 9:44 Uhr

Eine andere Strophe lautet:

Kein Ärmel mehr am Anzug,
Kein Knopf mehr am Jakett,
So reiste er nach England
Und tanzte dort Ballett.

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